Die Lehre von den Nachkrankheiten

Im Rahmen seiner Entwicklung der Psoratheorie hat Hahnemann in dem ersten Band seiner Chronischen Krankheiten auch eine Anleitung zur Therapie der so genannten Nachkrankheiten hinterlassen.
Dieser Ansatz wurde später besonders von H.C: Allen ( die Heilmittel von Fiebern ) und von J.H. Allen ( die chronischen Krankheiten – die Miasmen ) aufgegriffen und weiterentwickelt.

Generell können akute Krankheiten so genannte miasmatische Krisen hervorrufen, d.h. eine Aktivierung des zu diesem Zeitpunkt herrschenden miasmatischen Zustandes ( psorisch, pseudo-psorisch, sykotisch, syphilitisch ).

Samuel Hahnemann sagt:

„…. der Arzt wird inne werden, dass die völlige Genesung auch bei guter Diät und Lebensordnung oft nicht erfolgen will, sondern sich Zufälle anderer Art ( gewöhnlich Nachkrankheiten genannt ) hervorthun und nach und nach eher erhöhen und chronisch zu werden drohen. Hier hat der homöopathische Arzt fast stets eines sich zur chronischen Krankheit ausbildenden Psora vor sich, und wird daher nach der Lehre dieses Buches sie antipsorisch zu heilen wissen.
…. Diese Folgen sind aber die bis jetzt nach ihrem Urgrunde unbekannt, folglich ungeheilt gebliebenen, unzählbaren chronischen Krankheiten in zahllosen Formen entwickelter Psora.“
( aus CK, Band 1 )

Auslöser für miasmatische Krisen können sein:

–    Schwere Infektionen
–    Verletzungen
–    Operationen

Am bekanntesten in der Homöopathie sind die Komplikationen ( Nachkrankheiten ) nach einer schweren Grippe, einer Pneumonie, einer Sepsis, usw.

Hierzu gibt es im Repertorium ( Synthesis ) brauchbare Rubriken, z.B.

Allgemeines – Genesung, Rekonvaleszenz – Beschwerden während der – Influenza; nach:

abrot. cadm-met. carc. chin. chinin-ar. con. gels. influ. kali-p. lath. mand. merc-k-i. nat-sal. okou. phyt. psor. scut. sul-ac. sulfonam. sulph. tub.

Die darin enthaltenen Arzneimittel sind überwiegend tief wirkende Antimiasmatika, deren spezifischer Wirkkreis sorgfältig studiert werden sollte.

Es gibt auch Rubriken, die sich auf Folgen von Verletzungen, Wunden und Operationen beziehen ,z.B.

Allgemeines – Wunden – konstitutionelle Folgen von:

arn.bry.calen.carb-v. con. ferr-p.glon.hep.hyper.Iod.kali-p. Lach.LED. nat-m.Nat-s.Nit-ac.Phos. plan.puls.rhus-t. senec. Staph. Stront-c. Sul-ac zinc.

Allgemeines – Verletzungen – Operation – Beschwerden durch:

acet-ac. Acon. all-c. apis Arn. Bell-p. berb. calc-f. calc-p. Calen. camph. carb-v. chin. croc. echi. ferr-p. ham. Hyper. kali-s. led. merc. mill. naja nit-ac. nux-v. op. ph-ac. pop. raph. rhus-t. ruta STAPH. Stront-c. stroph-h. sul-ac. verat. zinc.

Für die tägliche Praxis ist es sehr lohnend, sich mit dem Thema der Nachkrankheiten intensiv auseinanderzusetzen. Wenn man diesen Zustand nicht als solchen beim Patienten erkennt und beseitigt, dann ist die Reaktionsfähigkeit des Betroffenen oft so blockiert, dass gut gewählte Arzneien so lange nicht wirken, bis das Therapiehindernis Nachkrankheit beseitigt ist.