Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden

 

In der homöopathischen Sprechstunde ist es auffallend, wie schwer sich Frauen mit dem Übergang in die Wechseljahre tun. Daher möchte ich einige Anregungen hinsichtliche eines ganzheitlichen Behandlungskonzeptes geben und im Speziellen auf die homöopathische Behandlung von Wechseljahresbeschwerden bei Frauen hinweisen.

 

Das Thema Wechseljahre einfach als einen natürlichen Prozess der Wandlung zu betrachten, wird dadurch belastet, dass in der Regel von den Betroffenen nur die negativen Seiten dieser Lebensphase wahrgenommen und antizipiert werden. Leider gibt es eben auch genug Beispiele von Frauen, die nach den Wechseljahren alt und krank werden, brüchige Knochen kriegen, unter Hitzewallungen leiden und für ihre Partner nicht mehr attraktiv sind .

 

Der Verlust körperlicher Leistungsfähigkeit, der Fruchtbarkeit, der Hormonmangel, all das erzeugt Ängste und Trauer über das Verlorengegangene, die vergangene Zeit, die man vielleicht nicht immer so genutzt hat, wie es möglich gewesen wäre.

 

Die Wahrnehmung von Mangel und Verlust sind in der westlichen Welt, die nur die Jugend und junge Frauen positiv bewertet, ganz nahe liegend. In anderen Kulturen wachsen den älteren Frauen neue und spannende Aufgaben und Rollen zu, sie sind dann meistens von den körperlichen Erscheinungen weniger betroffen.

 

Ein ganzheitliches Behandlungskonzept der Wechseljahrsbeschwerden

 

Die homöopathische Behandlung in den Wechseljahren muss eingebettet sein in ein ganzheitsmedizinisches Konzept.
Wenn eine Frau mit Wechseljahrsbeschwerden in meine Sprechstunde kommt, dann erhebe ich eine ausführliche Anamnese und sorge dafür, dass die Patientin
eine internistische Gesundheitsuntersuchung, eine gynäkologische Vorsorgeuntersuchung und eine Knochendichtemessung durchführen lässt. Ebenso weitere Untersuchungen je nach dem individuellen Beschwerdebild.

In diesem Alter zeigen sich nicht nur die typischen Wechseljahrsbeschwerden, Frauen haben nun auch vermehrt mit den typischen Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, metabolisches Syndrom, Rheuma und neurologischen Störungen zu tun.

 

Aus den erhobenen Befunden wird nun ein ganzheitliches Therapiekonzept für die Frau erstellt:

 

  • Ernährung – Bewegung- Gewichtsregulierung
  • Schlaffördernde Maßnahmen
  • Stressreduktion
  • Entspannungstraining
  • Kuraufenthalt, falls notwendig
  • Medikamentöse Therapie zum Beispiel bei hohem Blutdruck, den viele Frauen nach der Menopause entwickeln

 

Die homöopathische Anamnese bezieht alle gesundheitlichen Themen zum Zeitpunkt der Wechseljahre mit ein, beachtet aber auch biografisch die eigene Krankheitsgeschichte und die Krankheiten der Herkunftsfamilie.

So können Symptome auf der körperlichen , seelischen und geistigen Ebene angemessen für die Arzneiwahl herangezogen werden.
Arzneimittel, die in den Wechseljahren ein neues Gleichgewicht für die betroffenen Frauen schenken können, sind nach meiner Praxiserfahrung:

 

–    Aristolochia
–    Caulophyllum
–    Cimicifuga
–    Conium
–    Lachesis
–    Nux vomica
–    Platin
–    Phosphorus
–    Pulsatilla
–    Sabina
–    Sanguinaria
–    Sepia
–    Sulfur
–    und viele andere mehr.

 

Ganz wichtig ist es, ein Arzneimittel zu finden, welches im Ganzen zu der einzelnen Patientin passt. Man darf dabei nicht den Fehler wie in der Schulmedizin machen, dass man für ein Symptom ein Mittel, für ein anderes Symptom ein anderes Mittel gibt. Die Idee des jeweiligen Falles und die Idee des Arzneimittels sollten möglichst kongruent sein.

 

Durch die sanfte und doch gleichzeitig starke Wirkung der homöopathischen Arzneimittel finden viele Frauen wieder in ihre Mitte zurück und fassen Vertrauen in die eigenen Selbstheilungskräfte. Sie können mit fachkundiger und einfühlsamer Begleitung aktiv und selbst gestaltet ihren Weg in die neue Lebensphase finden.